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Starkregensimulation – Riegel schaut hin

„Im Grunde geht die Arbeit jetzt erst so richtig los“, sagt der Hauptamtsleiter der Kaiserstuhlgemeinde Riegel zum Abschluss des kommunalen Starkregenrisikomanagements. Die Starkregenrisikokarten und das Handlungskonzept sollen schließlich nicht im Schrank einstauben. Es geht vielmehr darum, all die erforderlichen Schutzmaßnahmen nun nach und nach umzusetzen. Die anstehenden Aufgaben reichen von einer Veranstaltung und Bürgerinformationen über das Freihalten von Verdolungen bis hin zum Evakuierungsplan eines Seniorenheims. Dass am Ende auch noch ein Rettungsboot für die Feuerwehr auf den Investitionsplan kommt, hätte wohl niemand gedacht.

Die klare Botschaft des HPC-Büros aus Freiburg ist: „Wir können Starkregen nicht verhindern. Daher müssen wir das Hauptaugenmerk darauf richten, Risiken zu erkennen, die Bevölkerung zu schützen und Schäden zu reduzieren“. Es kann Jeden treffen. Das größte Risiko in Kommunen besteht darin, unvorbereitet davon getroffen zu werden. Städte und Gemeinden können lernen, wie mit den Gefahren und Risiken umzugehen ist, wenn sie wissen, auf welchen Wegen, über welche Straßen, Plätze und Gärten die Regenmassen und Sturzfluten den Siedlungsraum durchströmen.

Riegel hat am Förderprogramm „Kommunales Starkregenrisikomanagement“ teilgenommen und HPC damit beauftragt, die hydraulische Starkregensimulation zu berechnen.

Strömungsmodelle unterstützen Vorsorgemaßnahmen und Objektschutz

Mit einem numerischen, zweidimensionalen Strömungsmodell wurden die komplexen Strömungs- und Abflussvorgänge auf der Geländeoberfläche berechnet und dargestellt. Die entstandenen Starkregengefahrenkarten sind das Schlüsselelement zur Darstellung der Gefährdung und zur Identifikation von Risiken. Sie bilden die Grundlage, um gezielt Vorsorgemaßnahmen und Objektschutz zu planen.

Starke Zusammenarbeit für das kommunale Regenrisikomanagement

An zwei Vormittagen haben sich alle Beteiligten Zeit genommen und an einen Tisch gesetzt. Die örtliche Gefahrenlage und die Risiken wurden vorgestellt und diskutiert und es wurde Stück für Stück nach konkreten Lösungen gesucht. Die Zusammenarbeit zwischen der Verwaltung, dem Bauhof, der Feuerwehr und dem Ingenieurbüro HPC AG aus Freiburg war außerordentlich konstruktiv und hat zu einigen Aha-Erlebnissen geführt. So hat z.B. die Kartendarstellung von vollständig von Wasser eingeschlossenen Seniorenheimen und Kindergärten dazu geführt, dass vor dem geistigen Auge der Feuerwehr ein Rettungsboot auftauchte – womit die Rettungskräfte für den Ernstfall gerüstet wären.

Sensibilisierung von potentiell Betroffenen als wichtiger Schritt der Starkregenvorsorge

Durchgesprochen wurden verschiedene Bausteine zur Sensibilisierung der potenziell Betroffenen. Information ist eine der ersten und wichtigsten Schritte in der Starkregenvorsorge. Möglichkeiten für die konzeptionelle Planung von baulichen Vorsorge-, Schutz- und Unterhaltungsmaßnahmen wurden aufgezeigt und diskutiert. Als erstes Ziel wird versucht, Außengebietswasser vom Siedlungsgebiet fernzuhalten. Unvermeidbares Oberflächenwasser (bei Starkregen) sollte so gut wie möglich schadensfrei oder schadensarm gelenkt oder zwischengespeichert werden. An etlichen Stellen wurden Schwachpunkte ausgemacht. Dazu zählen z. B. Unterführungen, der Festplatz sowie Gräben und Verdolungen. Wo es möglich ist, empfiehlt Barbara Espenlaub vom Ingenieurbüro HPC das Umleiten von Oberflächenwasser und Verbesserungen im Entwässerungssystem. Die Empfehlung, alle Bewohner gefährdeter Flächen über Möglichkeiten zum Hochwasserschutz aufzuklären, damit diese Eigenvorsorge betreiben können, will die Gemeinde umsetzen. Geplant ist eine detaillierte und verlässliche Grundstücksauskunft direkt über HPC AG zu den Überflutungsgefahren für Bürger, Gewerbebetriebe u.a. Gebäudenutzer.

 

Riegel ist nun auch bei Starkregen gewappnet

Durch die Lage in der Rheinebene ist Riegel geübt im Umgang mit dem Risiko Hochwasser, da die Gewässer Dreisam, Elz und Leopoldskanal bei Flusshochwasser den östlichen Teil der kleinen Gemeinde großflächig überfluten würden. Dass die Überflutungsbereiche im Falle eines Starkregens in weiten Teilen völlig andere sind, hat die Gemeinde bereits geahnt. Aber nun sind die Risikobereiche bei wild abfließendem Wasser klar belegt: Die Starkregengefahrenkarten zeigen sie. „Gegen Ereignisse wie im Ahrtal, extreme Rekordniederschläge, ist derzeit kein Schutz möglich“, so Espenlaub. Aber auch für diesen Fall ist die Gemeinde Riegel nun gewappnet, indem das Kommunale Krisenmanagement um die Gefahrenlage Starkregen erweitert wird.

Der Mühen Lohn ist die Erkenntnis, dass Starkregen auch für Riegel eine ernst zu nehmende Gefahr ist. Die Gemeinde Riegel hat sich auf die Fahnen geschrieben, dem Klimawandel neben den örtlichen Klimaschutzkonzepten zusätzlich mit einem vielfältigen Strauß von Anpassungsstrategien zu begegnen.

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