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Ausgezeichnet! Altlastensanierung in Ulm

Bei dem Sanierungsprojekt, das wir Ihnen diesmal vorstellen, handelt es sich um eines der größten innerstädtischen Altlastenprojekte in Baden-Württemberg – einem Vorhaben mit Auszeichnung. Seit 1881 wurde auf dem Areal der ehemaligen Firma Braun in Ulm Dachpappe hergestellt. Infolge der Produktion kam es zu erheblichen Einträgen von Schadstoffen in den Untergrund und ins Grundwasser.

Auf der ehemaligen Industriefläche sollen nun Kleingewerbebetriebe einen Platz finden, die aus dem „Dichterviertel“ verlagert werden. Die Grundwasserkontamination betrifft alle drei lokal vorhandenen Grundwasserleiter. Noch in bis zu 2 km entfernten Baugruben musste das Wasser der Bauwasserhaltungen vor der Ableitung aufwendig gereinigt werden. Dementsprechend besteht auf der Fläche von etwa 6000 m2 ein dringender Sanierungsbedarf.

HPC und die Stadt Ulm nahmen sich der Aufgabe an. Der schädliche Flächenverbrauch kann nachhaltig reduziert und eine neue Nutzung ermöglicht werden.

Umfassende Sanierungsmaßnahmen auf dem ehemaligen Braun-Areal

Nach den umfangreichen Untersuchungen auf Kampfmittel wird der Boden mittels sich überschneidender Großlochbohrungen bis in 7 m unter Geländeoberkante entfernt und durch unbelastetes Material ersetzt. An Belastungsschwerpunkten (Hot-Spots) werden die Großlochbohrungen bis in 12 m Tiefe niedergebracht. Insgesamt wird so ungefähr 51.000 m3 an Bodenmaterial ausgetauscht.

Der mit Teerölen belastete Boden verursacht zudem deutliche Geruchsemissionen, die mittels technischer Maßnahmen minimiert werden. Üblicherweise werden bei solchen Maßnahmen Schadstoffe mobilisiert und verstärkt ins Grundwasser eingetragen. Um eine weitere Ausbreitung der Schadstoffe zu verhindern, wurde von HPC eine Abstromsicherung geplant. Hierbei galt vor allem, einen Eintrag von Schadstoffen in das Karstgrundwasser zu unterbinden.

Die Sanierungsarbeiten wurden von der Stadt Ulm durch verstärkte Öffentlichkeitsarbeit begleitet. In diesem Zuge wurde der gesamte Sanierungsverlauf lückenlos durch eine Baustellen-Webcam dokumentiert. Diese Kamera steht auch der Allgemeinheit zur Verfügung und findet sich unter folgendem Link: https://baudoku.1000eyes.de/cam/hpcag1/ACCC8ED2501E/responsive.html

 

 

Auszeichnung für die „Beste Gutachterliche Leistung”

Die Stadt Ulm hat für dieses herausragende Sanierungsprojekt den Brownfield24 Award 2022 erhalten. Wir freuen uns besonders, dass die Auszeichnung in der Kategorie „Beste Gutachterliche Leistung“ vergeben wurde. In Vertretung der Stadt Ulm nahm unser Kollege Philipp Schwarz den Award auf der Brownfield24 Convention in Leipzig entgegen.

Bei Brownfield24 handelt es sich um ein Netzwerk von Institutionen, die im Bereich Flächenrecycling aktiv sind. In diesem Rahmen werden Branchentreffen und die jährliche Verleihung des Brownfield24 Awards in unterschiedlichen Kategorien durchgeführt. HPC ist seit 2019 Mitglied des Netzwerks.

Die Nominierung für den Award wurde wie folgt begründet:

„Eine weitere Verbreitung von Schadstoffen über das Grundwasser wird langfristig verhindert und brach gefallene, hoch kontaminierte Flächen erhalten eine zeitgemäße neue Nutzung. Der schädliche Flächenverbrauch wird nachhaltig reduziert. Dank der Förderung aus dem Altlastenfonds Baden-Württembergs entsteht ein neues, innenstadtnahes Gewerbegebiet für kleinere Betriebe und letztendlich eine Frischluftschneise für die Ulmer Innenstadt. Ulm hat den Award verdient, weil es sich um die größte, innerstädtische Altlastenfläche Baden-Württembergs handelt und bei der Kommunikation mit den Bürgerinnen und Bürgern neue Wege beschritten wurden.”

Wir freuen uns sehr, dass wir die Stadt Ulm mit unseren Leistungen erfolgreich unterstützen können!

 

Bild 1: Kampfmittelsondierung auf dem ehemaligen Braun-Areal in Ulm

Bild 2: Teerölbelastete Böden führen zu deutlichen Geruchsemissionen

Bild 3: Auszeichnung „Beste Gutachterliche Leistung“: Philipp Schwarz (HPC) nimmt Brownfield24 Award in Vertretung der Stadt Ulm entgegen

 

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